{German} Wie man NICHT mit Easyjet fliegt

Eigentlich sollte ich Samstag früh, am
18.12. um 7:15 nach Gatwick fliegen. Der Flug wurde gestrichen. Nun gut.
Ich buchte um auf den Flug abends. Übers Internet. Klappte. Aber mein Rückflug für den 28.12. wird auch als gestrichen angezeigt, obwohl davon noch gar nichts bekannt ist – und für diesen Flug auch nach wie vor Tickets zu buchen sind.
Nachmittags sagten Gatwick AirPort und Schönefeld dann, der Flug am Samstag Abend fiele auch aus. Easyjet Flight Status hat ihn nach wie vor auf scheduled. Ich rufe bei Easyjet an. Jaja, der fliegt noch, sagte mir die Dame mit schwer verständlichem osteuropäischen Akzent. Also fahre ich zum Flughafen.
Ich komme an – und? Richtig, genau pünktlich zum eigentlichen Check-In Zeitpunkt gibt auch Easyjet zu, ja hups, also irgendwie ist dieser Flug jetzt auch anulliert. Was man aber nur erfahren hat, wenn man bereits am Flughafen war und dort vergeblich einchecken wollte, oder wie ich, sich regelmäßig über den Nachmittag verteilt via iPhone bei Easyjet eingeloggt hat um zu schauen, wann denn endlich eine Umbuchung möglich war. Denn der Flight Status Checker zeigte den Flug immer noch als scheduled an, und tat das auch noch munter eine weitere Stunde.
Die Dame am Sales Desk in Schönefeld sagte mir dann, der nächste Flug ginge erst Montag Abend. Na danke! Ich verzichtete aber auf ein Hotel, begab mich zurück nach Berlin Mitte und verharrte dort bis Montag.
Mein Flug um 18:20 wurde dann, nachdem er erst mit einer halben, dann gleich mit zwei Stunden verspätet angekündigt wurde, ebenfalls annulliert. Ich loggte mich, erneut iPhone sei dank, bei Easyjet ein, konnte aber wieder online nicht umbuchen. Ich konnte die ganzen Schritte auswählen, nur nicht bestätigen. Tja. Pech, was? Mein Bruder versuchte sich ebenfalls per PC in meine Buchung einzuloggen, aber auch er konnte nichts ändern. Also wieder anrufen. Nachdem ich zweimal kackdreist aus der Leitung geschmissen wurde, kam ich nach 15min Warteschleife auch wieder an einen “echten” Menschen. Und, Überraschung, wieder schwer verständlich, da wieder Osteuropäer. Trotzdem geschafft umzubuchen, sogar noch auf denselben Tag.
Also blieb ich die restlichen 4h im Flughafen, drehte Däumchen, checkte ein – soweit kam es bisher noch nie, WOW! – dann ließ man uns alle fast eine Stunde, von 20:40 bis 21:35, alleine am Gate stehen, bei übler Luft, bis dann die Ansage kam, auch dieser Flug sei annulliert, wir sollten bitte zum Gate 2. Nur war da niemand. Und es kam auch niemand für die nächsten 10min. Danach wurden wir dann in die andere Ecke vom Flughafen gelotst, wo wir dann noch eine geschlagene Stunde auf unser Gepäck warten durften. Sämtliche Easyjet Mitarbeiter am Flughafen Schönefeld hatten sich zu diesem Zeitpunkt übrigens schon aus dem Staub gemacht, niemand war mehr ansprechbar, das Callcenter war natürlich auch schon zu, es war ja nach 20 Uhr…
Eine Umbuchung online war WIEDER nicht möglich, der gestrige Flug wird zwar als ausgefallen angezeigt, aber man kann nicht umbuchen oder sein Geld zurück.
Immerhin sitze ich jetzt in einem Hotelzimmer, das Easyjet zur Verfügung stellt. Aber auch hier: ein Raucherzimmer, in dem ich 2h versuchte zu schlafen. Bei dem Gestank unmöglich.

Heute morgen dann auch um 8:00, nach ausgeruhten 5 Stunden Schlaf, wieder im Callcenter angerufen. Fragte nach, was sie gedenken zu tun. Ausfälle wegen dem Wetter kann man verstehen, aber keinen derarten Drecksservice. Tja. Die osteuropäische (!) Dame sagte mir, Beschwerden müsse ich schriftlich einreichen. Eine Antwort könne ich aber frühestens in einer Woche erwarten. Eher noch später.
Für eine Erstattung nur des Hinfluges (natürlich nur zu dem Preis, den ich selbst gezahlt hab, nicht etwa dem aktuellen Flugpreis oder so, neiiin…) hätte ich satte 29€ gekriegt. WOW, davon komm ich hier ja unter Garantie weg!
Also schweren Herzens noch einmal umgebucht. Auf Mittwoch früh, 7:15. Diese frühen Flüge sind (bis auf Samstag) immer geflogen.

An meine Mitblogger da draußen, es wär mir ganz lieb, wenn diese Geschichte verbreitet würde. Ich bin nicht alleine mit dieser Misere (wobei ich von meinen Mitpassagieren noch von niemandem gehört habe, dem auch vier oder sogar mehr Flüge gestrichen wurden, aber ich hab ja nicht mit ausnahmslos allen geredet), aber ich finde, solche Erfahrungen publik zu machen ist schon wichtig.

in Life.