{German} Suzanne Collins: The Hunger Games Trilogy

Die letzten paar Tage habe ich mich größtenteils in meinem Loch, sprich, meinem Bett verkrochen. Krank. Schlafstörung. Wirklich, einen Tag schlafe ich drei Stunden (wurde dann gnadenlos vom Telefon geweckt und bin dann einfach mal wach geblieben), und am nächsten Abend habe ich mich trotz Müdigkeit nur im Bett herumgewälzt und wieder nicht geschlafen. Hilfe!

Egal. Die Zeit habe ich dafür auch ganz sinnvoll genutzt. Ich habe gelesen.

Manche, die mich kennen, wissen ja noch, dass ich früher mal “der Bücherwurm” schlechthin war. Das hat sich leider geändert, aber als ich diese Bücher in den Fingern hatte und die ersten zehn Seiten gelesen hatte, war’s um mich geschehen.

Ich hab es im englischen Original gelesen. Die drei Teile heißen “The Hunger Games”, “Catching Fire” und “Mockingjay”. Auf Deutsch heißt die Trilogie “Die Tribute von Panem”. Ich könnt kotzen.

Die Geschichte findet in einer postapokalyptischen Zeit statt. Dort, wo früher Amerika war, ist jetzt das Land Panem, in 12 Districts aufgeteilt, und von The Capitol aus regiert. Nein, beherrscht. Die Districts befinden sich in der strengen Hand des Capitols, und jedes Jahr finden die Hunger Games statt, eine grausame Reality-TV Show, zum Amüsement der Hauptstadtbewohner. Dafür werden aus jedem District zwei Teenager zwischen 12 und 18 Jahren – ein Junge, ein Mädchen – per Lotterie in die Hunger Games gewählt, wo sie sich bis aufs Blut bekämpfen. Wer zuletzt überlebt, gewinnt, und sichert sich und seiner Familie für den Rest seines Lebens Wohlstand. Die Spiele dienen als Erinnerung an die vor 75 Jahren stattgefundene Revolte gegen das Capitol, bei denen das 13. District vernichtet wurde, und für die die restlichen 12 fortan jedes Jahr zwei ihrer Kinder opfern müssen.
Als Katniss Everdeens kleine Schwester in die Hunger Games gelotst wird, stellt sich Katniss als Freiwillige, um das Leben der kleinen Prim zu schützen. Das alleine als Kampf um’s Überleben wäre ja schon schlimm genug, wäre da nicht Peeta, der zweite Teilnehmer aus ihrem District, der seit Jahren hoffnungslos in sie verliebt ist…

Seltsamerweise ist meine Meinung zu diesen Büchern sehr geteilt. Einerseits liebe ich sie, die Geschichte, die Ausführung, den Schreibstil, ich habe jede Seite verschlungen, konnte nicht aufhören (den letzten Teil, Mockingjay, habe ich in ungefähr 7 Stunden durchgelesen, was bei einem Buch von ca. 450 Seiten, und eben auf Englisch, bei meinem ungeübten Auge relativ viel ist… hach, die Tage, als ich in so viel Zeit einen der dickeren Harry Potter Bände durchhatte…).
Andererseits habe ich den Verlauf der Geschichte gehasst. So sehr. Immer dann, wenn man denkt, jetzt könnte es für die Hauptcharaktäre endlich ein bisschen besser werden, und das selbst in dieser schrecklichen Welt, unter dem Terror vom Capitol, immer dann, wenn man Hoffnung schöpft… BÄM, haut einem Suzanne Collins dermaßen in die  Fresse mit irgendeinem Plot-Twist, dass man das Buch irgendwie am liebsten gegen die nächste Wand pfeffern und nie wieder anfassen wollte. Was aber nie passiert ist, weil man dann doch wissen wollte, wie es weitergeht.

Ich habe noch nie soviel bei einem Buch Rotz und Wasser geheult.

Was mich allerdings nervt, ist, dass die Geschichte an vielen Ecken als “Lovestory” vermarktet wird. Ähm? Ich will ja nicht zuviel verraten, aber … ÄHM?!? Klar, da ist Peeta, und dann gibt es auch noch Gale, ihren besten Freund, der für sie anscheinend auch Gefühle hat, aber… ÄHM????

Weiteres Positives? Stephen King, Master of Terror, liebt die Hunger Games.
Weiteres Negatives? Stephanie Meyer ebenfalls, was dann auch schön auf JEDES. EINZELNE. COVER. (und zusätzlich auf jeden Buchrücken!!!) draufgepflastert werden musste.

Und ganz ehrlich? Diese quietschigen Twilightgirlies, die immer noch finden, Edward und Bella sind DER Maßstab einer gesunden und guten Beziehung, die werden mit diesem Buch gar nicht klarkommen. Get real. Grow up.

in Books.