{German} Hauptstadtfieber

Nachdem ich, wie ich so gerne gesagt habe, “eine ganze Schwangerschaftszeit lang”, also neun Monate, nicht in meiner Lieblingsstadt war, habe ich mir letzte Woche einen Berlin Trip gegönnt. Und ich habe nach langer Zeit mal wieder gemerkt, wie sehr mir diese widersprüchliche Stadt fehlt. Glamourös und dreckig, frech und elegant. Berlin hat alles. Für jeden.

Mittlerweile habe ich traurigerweise für mich herausgefunden, weil es mit mir und Berlin damals nicht geklappt hat – drei Monate habe ich es “ausgehalten”. Natürlich waren die ausschlaggebensten Faktoren keine, die mit Berlin direkt zu tun hatten. Trotzdem merke ich, dass Berlin mich schnell “überreizt”. Zuviele Eindrücke, die auch wenn die Stadt zum Alltag wird immer noch neu sind, die verarbeitet werden müssen. Wenn ich für eine Woche da bin und wirklich nichts anderes zu tun habe als die Stadt und meine Lieblingsmenschen dort zu genießen, dann geht das alles perfekt. Aber wenn die Stadt in den Hintergrund rückt und der Alltag das wichtige ist? Zumindest momentan habe ich nicht das Gefühl, dass ich dem gerecht werden könnte.

Stellt sich die Frage, ob so etwas in einer anderen, zufälligerweise auch nochmal mehr als doppelt so großen Stadt einfacher oder anders wird. Wenn alles glatt läuft, werde ich schließlich bald für ein Jahr in London oder Umgebung landen.

Meine Überforderung habe ich in Berlin dann auch gleich innerhalb der ersten 15 Minuten nach Ankunft unter Beweis stellen dürfen: mir wurde mein Portemonnaie geklaut. Ganz ehrlich, sowas ist mir noch nie passiert. Ich bin zwar Miss Zerstreutheit in Person, aber trotzdem passe ich auf meine Sieben Sachen eigentlich schon sehr gut auf. Naja. Einmal nicht,  und schwupps, weg. Immerhin ist gegen Ende der Woche das Portemonnaie samt Inhalt wieder aufgetaucht – allerdings natürlich ohne Bargeld.

Trotzdem habe ich es mir in Berlin gutgehen lassen. Zum Beispiel habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben Macarons gekauft. Erst wollte ich sie im überall bekannten Galeries Lafayette in der Friedrichstraße holen; dann dachte ich mir allerdings, lassen wir die Lafayette mal in Paris, und habe auf den Vorschlag meiner Freundin gehört: Mamsell Berlin, ein süßes kleines Café nahe der Eisenacher Straße. Sie hatten auch eine interessante Kuchenauswahl, die wir aber links liegen ließen. Angestiert habe ich dafür die Auswahl teurer französischer Schokoladentafeln – und eben die Macarons.

Wundervolle neue Cafés habe ich in Berlin auch entdeckt … aber dazu vielleicht ein Extra-Eintrag. Sonst wird es hier zu lang. 😉